DIE IDEE

Gründungsgeschichte

Seit nun fast schon drei Jahren gibt es unser kleines Projekt „Balipockets“, welches immer mehr Menschen begeistert, die sich für Gerechtigkeit einsetzen wollen. Mit viel Herzblut arbeitet unser Team täglich daran, unsere Ideale umzusetzen und Chancen für alle Kinder auf Bali zu schaffen. Wenn wir von Balipockets erzählen fragen uns viele Leute: Wieso Balipockets? Wie kam es dazu? Wer hat sich das ausgedacht? Und wieso dieser Name?

WEITERLESEN

Ausgangspunkt des Projektes war ein Wunsch unseres Gründers Daniel Gottstein. Er leistete im Sommer 2015 Freiwilligenarbeit auf der indonesischen Insel. Zurück im reichen und komfortablen Deutschland reflektierte er seine Erfahrungen. Eine Idee setzte sich bei ihm fest: ich will da nochmal hinfahren, mit Spendengeldern in der Tasche und den dortigen Schulen helfen.

Ob alles in Bali oder im Eichsfeld losging, ist schwer zu beantworten. Beides würde ich heute sagen. Am 19. August 2015 fanden sich im Eichsfeld Freunde am Lagerfeuer zusammen. Es war unser erstes Jahrgangstreffen seit dem Abitur im Sommer 2014. Alle hatten sich irre viel zu erzählen, Viele waren im Ausland gewesen. So erzählte Jede und Jeder von seinen bzw. ihren Erlebnissen in der Ferne und seinen bzw. ihren Plänen für die Zukunft. Aufbruchsstimmung lag sowieso in der Luft, dazu knisterte ein Lagerfeuer. Hört sich nach Klischee an, war aber so. Auch Daniel erzählte von seiner 180-Grad-Wende: Studium abgebrochen, Reise nach Bali und jetzt die Welt verändern. Wir waren nicht nur erstaunt, sondern auch neugierig auf seine Idee, mit der er dann um die Ecke kam. Balipockets. Was soll das denn bedeuten?

Bali – es geht um die kleine Insel, die ihn anscheinend nicht mehr losließ. Pockets steht für ein Gedankenspiel. Schaut man als Westeuropäer/in bzw. Deutsche/r in seine Hosentaschen, so findet man meist: Autoschlüssel, Geldbörse, Smartphone. In den Taschen der Kinder/Familien vor Ort ist oft nichts. Dieser Vergleich soll dazu anregen, etwas von dem abzugeben, was wir an materiellen Dingen besitzen. Zu teilen, mit denen, die nicht so viel haben.

Wir hatten tausend Fragen an ihn. Wie soll das gehen, wie ablaufen? Am Anfang stand die Idee via Crowdfounding über die Plattform „betterplace“ Spenden zu sammeln und diese dann in konkrete Maßnahmen selbst umzusetzen. „Aber dafür muss doch Werbung gemacht werden!“, Das müsse wir in die Lokalzeitung bringen, soll ich das organisieren?“ oder „Das muss doch auch alles auf Englisch sein! Soll ich Dir das übersetzen?“ usw. warfen wir ein und sicherten Daniel unsere Unterstützung zu. Wieso? Wir waren alle gerade aus dem Ausland zurückgekehrt und hatten das, was man als interkulturelle Kompetenz bezeichnen kann, erworben. Dies wollten wir nun aktiv in die Tat umsetzen und in Deutschland etwas tun. Fasziniert waren wir von Daniels Idee etwas Eigenes aufzubauen, daran wollten wir mit unseren damals 19 Jahren unbedingt mitarbeiten.

Über den Herbst lösten wir unser Versprechen ein und halfen Daniel. Im Januar 2016 startete das Projekte. Schnell wurde klar, dass wir uns eine rechtliche Form geben müssen, damit alles reibungslos ablaufen kann. Ein Verein sollte gegründet werden. Dies war nicht nur ein rechtlich entscheidender Schritt, sondern auch ein moralischer. Wir musste Farbe bekennen. (Natürlich grün!) Aus Unterstützern wurden Vereinsmitglieder bzw. Vorstandsmitglieder. Nun halfen wir nicht mehr nur dem Projekt auf die Beine, waren nun selbst ein Teil davon. Von Mithelfen zu Verantwortung übernehmen.

Wir definierten unsere Ziele und Ideale: We create oppurtunities – Wir schaffen Chancen. So lautet seit 2016 unser Credo, an dem wir uns seit diesem Tag jeden Tag messen wollen.

Seit diesem Zeitpunkt hat sich das Projekt rasant weiterentwickelt. In unserem Team übernimmt Jede und Jeder nun eigene Teilprojekte, freiwillig und ehrenamtlich neben Beruf, Uni und Privatleben. Wir sind mit so viel Begeisterung bei der Sache, dass uns die Ideen nicht ausgehen wollen. Wir haben mehrere Listen mit Ideen in unserer Cloud, die wir noch umsetzen wollen, aber nicht aktuell nicht können, weil uns entweder das Geld, die Man- oder Womenpower oder schlichtweg die Zeit fehlt. Davon lassen wir uns aber nicht entmutigen!

Wir sind stolz auf das, was aus einer Idee von kleinen AbiturientInnen wurde. Wir wollen als Erwachsene Verantwortung in der Welt übernehmen. Das ist nicht immer einfach, aber wichtig und richtig. Haltung zeigen, wie Einige heute gerne sagen. Am Ende sind wir junge Leute, Freunde, die gemeinsam etwas bewegen wollen und Spaß haben.

Und, hast Du dich vom Knistern des Lagerfeuers beeindrucken lassen. Lässt Dich Balipockets auch jetzt nicht mehr los? Unsere Geschichte imponiert Dir? Damit kannst Du dich identifizieren?

Dann sei doch einfach Teil unserer Familie! Mach mit! Es lohnt sich!

Herzlichst, Anna (stellvertretende Vorsitzende).


 


 

Übernahme von Schulgeld:

Grundschule (SD) und Mittelschule (SMP) können in Indonesien kostenlos besucht werden. Alle weiterführenden Schulen (SMA, technische Schulen, Berufsschulen, Universitäten) erheben Gebühren. Wir unterstützten Familien, die diese Gebühren nicht aus eigener Kraft aufbringen können. Leider bleibt manchen Kindern auch der Besuch der Grundschule und Mittelschule verwehrt. Der Grund: Schulbücher, Uniformen und Ausflüge müssen von den Erziehungsberechtigten bezahlt werden. In verarmten Regionen ist es Familien daher oft nicht möglich, Ihren Kindern den Gang zur Grund- und Mittelschule zu ermöglichen. Wir übernehmen auch hier die Kosten für Schulbücher, Uniformen und alle weiteren Bedarfe.

Veruntreuung von Spendengeldern ist ein großes Thema in Indonesien. Wie wird sichergestellt, dass das Geld auch wirklich den Kindern zu Gute kommt?

Vorab: eine 100 %ige Chance, dass das Geld nur für die vorgesehenen Ziele verwendet wird, kann und wird es nie geben. Wir schließen Verträge mit den Familien, um uns im Falle einer Veruntreuung abzusichern. Wird das Geld nicht wie vorgesehen von den Familien verwandt, muss der volle Betrag an uns zurückgezahlt werden. Natürlich überwachen wir auch während der gesamten Zeit eines finanzierten Schulbesuchs die Einhaltung der Richtlinien. Bisher haben wir noch keine schlechten Erfahrungen machen müssen.


Sanierung von Bildungseinrichtungen:

Bauliche Maßnahmen können sich staatliche Schulen oft nicht aus eigener Kraft leisten. Wir sorgen dafür, dass alle Kinder Zugang zu sauberen Toiletten und Wasser haben. Zusätzlich verwenden wir unsere Mittel, um Sturm- und Unwetterschäden zu reparieren. Erweiterte Maßnahmen, wie die Ausstattung von Schulen mit hochmodernen, technischen und nicht unbedingt essentiellen Elementen gehört nicht zu unserem Portfolio.

Neben den Bildungseinrichtungen, mit denen wir vor Ort durch Scouting selbst in Kontakt treten, sollen sich Schulen in naher Zukunft auch online bei uns bewerben und Hilfe anfordern können. Wir arbeiten momentan intensiv am Bewerbungsverfahren.


Ausstattung von Schulen mit Lehrmaterial:

Schultische, Sitzgelegenheiten, Bücher, Arbeitshefte, Stifte, Tafelwerkzeug, Globen, Wissenschaftskits, und, und, und. Wir versorgen bedürftige Bildungseinrichtungen mit genau so viel Material, dass gleiche Chancen für alle Schüler bestehen und beispielsweise ein Set bestehend aus Stift und Heft pro Schüler verfügbar ist. Schon mit Kleinstspenden kann in diesem Sektor viel bewegt werden.


Karriereberatung und Weiterbildung:

Bali lebt von der Tourismusbranche. Viele Jugendliche wollen später in Hotels oder der Gastronomie arbeiten. Einige Kinder vermittelten uns im Gespräch, dass sie sich sogar gern selbstständig machen würden. Gern wollen wir diesen Traum für so viele Schüler wie möglich in Erfüllung gehen lassen. Zukünftig agiert Balipockets als Vermittler zwischen Freiwilligen und Agenturen, die Karriereberatung und Weiterbildungskurse an Schulen möglich machen können. Grundlegende Kenntnisse in den Bereichen: Englisch, Business-Englisch, Kommunikations-Coaching, BWL und Recht sollen durch fachlich kompetente Freiwilligenarbeiter vermittelt werden. Die Infrastruktur für diesen Freiwilligendienst bauen wir gerade auf.


Vergabe von Stipendien für die akademische Laufbahn an den Universitäten "Udayana" und "Ganesha":

Studieren - der Traum vieler ambitionierter Schüler. Auf Bali jedoch ein Luxus sondersgleichen. Die Gebühren für ein Studium an einer der zwei Universitäten auf der Insel der Götter sind verhältnismäßig sehr hoch. So ist es auch einigen der  besten Schülern nicht möglich, eine akademische Laufbahn einzuschlagen. Durch ein umfangreiches Bewerbungsverfahren und anschließendes regelmäßiges Reporting (Feedback nach jedem Semester inkl. Notenübermittlung) wollen wir sicherstellen, dass unsere Zahlungen auch ausschließlich für den vorgesehenen Zweck verwendet werden.